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Swarm bringt die Mayor zurück

Vor über einem Jahr ging Foursquare einen Schritt, mit dem damals niemand rechnete. Man trennte die Checkin-Funktion ab und steckte sie in eine eigene App namens Swarm. Was man weg ließ waren die bisher zu sammelnden Badges und Mayortitel. Den Gamificationfaktor wollte man mehr oder weniger unter den Tisch fallen lassen. Es kam wie es kommen musste: die Nutzerzahlen gingen rapide bergab. Dabei hätte man das wissen können, denn genauso erging es bereits Gowalla vor einigen Jahren, dem einst größten Konkurrenten von Foursquare.

Die Badges kamen bereits vor ein paar Wochen zurück wenn auch nicht alle. Von meinen 55 bei Foursquare ersammelten Badges blieben in der neuen Badgesammlung 25 erhalten. Nun also auch die Mayortitel. Hier teilte mir Swarm dann mit, daß keiner der alten Mayortitel (bei mir waren das so um die 180 Stück) erhalten blieben, ich müsse also bei null anfangen zusammeln. Dabei wäre es wohl technisch keine so große Hürde gewesen, die alten Mayortitel mit zu implementieren.

Ob jetzt, nach über einem Jahr, dieser Sinneswandel dazu führen wird die Nutzerzahlen wieder in die Höhe zu schrauben? Da darf man ruhig skeptisch sein, denn gebranntes Kind scheut das Feuer. Viele der damals abgesprungenen Nutzer werden sicher auch weiterhin fortbleiben. Nicht jeder will wieder bei null mit seinen Mayortiteln anfangen.

Eines sollte jedem Unternehmen das mit Apps arbeitet nun definitiv klar sein: nicht das Unternehmen entscheidet über den Erfolg eines Dienstes, sondern deren Nutzer. Und denen sollte man nicht vorschreiben was sie an einer App zu mögen haben und was nicht, sondern sich an den Nutzern ausrichten und nicht erwarten, daß sich die Nutzer an der App ausrichten. Das Wichtigste an der alten Foursquareapp waren nunmal Badges und Mayortitel. Alles andere war eher nebensächlich und das haben die Nutzer nach der Aufteilung der alten App in zwei neue apps deutlich gezeigt durch ihren Fortgang.

Die nächsten Monate werden zeigen ob Foursquare mit der Mayorimplementierung bei Swarm wieder punkten kann oder ob der Zug für die App vollends abgefahren ist.

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Von Besucherzahlen und ihrer Sinnlosigkeit bei Bloggerrelations

Starten Unternehmen oder Agenturen Anfragen bei Bloggern zwecks etwaiger Kooperationen, dann ist eine der ersten Fragen an die Blogger häufig „Wie viele Besucher hat dein Blog?“. Dies ist dann häufig mit ein Grund ob man mit dem Blogger kooperiert oder nicht.

Dabei gibt es eigentlich keine sinnlosere Frage als diese. Warum das so ist, versucht dieser Beitrag zu erklären.

Besucherzahlen sind nicht alles

Blogger X hat also 9.000 Besucher im Monat. Wow, auf den ersten Blick klingt die Zahl recht hoch, doch schon beim zweiten Mal drauf schauen ergeben sich daraus im Durchschnitt nur noch 300 Besucher pro Tag. Aber 300 (zusätzliche) Leser des Blogbeitrags sind ja auch nicht schlecht, denkt sich die Agentur. Stimmt, aber der zu entstehende Beitrag wird die Zahl wohl eher nicht erreichen, oder doch?

Rechenbeispiele – und plötzlich sind es viel weniger Leser

Eine Frage die eher selten gestellt wird, ist „Wie viele Blogbeiträge hast du bereits geschrieben?“. Doch ist diese Frage gar nicht so unwichtig. Blogger X hat 100 Beiträge bereits geschrieben. Hmm, also 100 Beiträge locken täglich 300 Leser an. Macht im Durchschnitt 3 Leser pro Beitrag und Tag. Im Monat(!) kommt ein Blogbeitrag daher auf ca. 90 Leser. Ja, setzt aber noch was voraus, nämlich das jeder Blogpost gleich viele Leser abbekommt. Das ist aber faktisch nie der Fall. Irgendeiner ist da meist ein Ausreißer nach oben. Und der hat alleine schon mal 150 Leser am Tag. Führt dann dazu, daß sich die restlichen 99 Beiträge 150 Besucher aufteilen müssen. Na, merkt ihr was? Genau, es bleiben nur noch 1,5 Leser pro Tag und Beitrag übrig – auf den Monat hochgerechnet sind es plötzlich 45 Leser je Beitrag. Vielleicht verlagert sich das Verhältnis sogar noch mehr hin zu einen oder zwei herausragenden Beiträgen und der Rest bekommt noch weniger ab. Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß der angebahnte Blogpost auch so herausragend wird?

Wie erkennt man den potentiellen Erfolg von Bloggerrelations?

Es ist schwer den Erfolg der Zusammenarbeit mit einem Blogger, oder sagen wir doch lieber Influencer, abzuschätzen. Unabhängig von den Besucherzahlen sollte man noch andere Dinge mit kalkulieren. Das sind dann auch Dinge, die man nicht in Zahlen fassen kann. Zum Beispiel sollte man abchecken wie sehr der Influencer selbst von dem Produkt überzeugt ist. Würde er es auch ohne Kooperation weiter empfehlen? Spricht der Influencer auch offline darüber oder auch ohne oder mit Hinweis auf den Blogpost auf anderen Kanälen darüber? Wie groß sind seine anderen Kanäle UND wie aktiv ist er dort und wie groß sind die Reaktionen auf seine dortigen Beiträge, denn nur reine Followerzahlen (inaktiver Follower) sind auch wertlos.

Steht der Influencer dahinter?

Auch nicht ohne: wie ranken die Blogposts des Influencer wenn man nach den Produktnamen sucht? Vielleicht gibt es da auch nur ein geringes Suchvolumen, doch genau die Leute die danach suchen haben ein gestärktes Interesse an genau diesem Produkt und treffen unter Umständen ihre Kaufentscheidung dann nach der Lektüre des Blogbeitrags. Da ist es dann einfacher diese Leute via des Blogposts abzuholen als andere die bisher gar nichts drüber wussten positiv davon zu überzeugen. Letztlich zahlt so ein Beitrag auch mit auf die Marke ein, ist er doch letztlich lediglich PR.

Und natürlich sollte sich jeder vorab auch intensiv mit dem jeweiligen Blog auseinandersetzen. Besteht es überwiegend aus gekauften Werbebeiträgen wo hochtrabend über alles Mögliche geschwärmt wird, nur weil man es kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen hat? Dann bitte eher die Finger von diesen Leuten lassen, denn diesen Bloggern geht es lediglich darum möglichst viel kostenlos abzugreifen, nicht um das Produkt selbst. Dann lieber mit Bloggern Kooperationen aufbauen, die eher selten Kooperationen eingehen, dafür dann aber gemeinsam etwas vernünftigen aufbauen, was zum Blog und der jeweiligen Marke passt.

Fazit: bei der Auswahl von Kooperationspartner ist auf vieles zu achten und die reinen Besucherzahlen eines Blogs haben eine Aussagekraft wie die eines Blatt Papiers. Also ruhig etwas detaillierter schauen oder sich fragen: wenn ich den ständige in meiner Timeline lese oder bei Google finde, dann andere sicher auch und dann dann passt es. Besucherzahlen hin oder her.

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Neu bei Google+: Sammlungen und wie man sie richtig nutzt

Bei Google+ tut sich was. Ein neues Feature wurde eingeführt: Sammlungen. Sammlungen sind so etwas wie Alben, aber für Beiträge. Man legt eine Sammlung an und kann seine Beiträge dann der jeweiligen Sammlung zuordnen. Das kann man gleich bei neuen Beiträgen machen, aber es ist auch möglich die bisherigen Beiträge einer Sammlung zuzuordnen. Natürlich kann meinen Beitrag auch mehreren Sammlungen zuordnen, genauso wie man ihn auch wieder daraus entfernen kann.

Was muß man zu den Google+ Sammlungen wissen?

Google+ Sammlungen kann man individuell in der Sichtbarkeit einstellen: öffentlich, nur für die eigenen Kreise, nur für sich selbst und benutzerdefiniert. Wichtig ist: die Einstellung ob eine Sammlung öffentlich sichtbar oder eingeschränkt ist, lässt sich später NICHT mehr ändern. Öffentlichen Sammlungen kann jeder folgen. Es ist auch möglich nicht eine Person einzukreisen um deren Beiträge zu sehen, sondern nur einer oder mehrerer ihrer Sammlungen zu folgen. Dann bekommt man im Stream nur Beiträge angezeigt, die in dieser Sammlung enthalten sind. Wer eine Person bereits eingekreist hat, der folgt damit automatisch all ihren öffentlichen Sammlungen.

Jeder Sammlung kann man eine individuelle Farbe wie auch ein individuelles Headerfoto zuordnen. Dabei kann man auf eine Auswahl an Stockfotos zugreifen, aber auch eigene Fotos für verwenden.

Es gibt sicher viele, die nicht nur zu einem Thema etwas bei Google+ posten. Hier machen dann Sammlungen durchaus Sinn. Man ordnet seine Beiträge einer Sammlung zu und all jene die sich nur für dieses Thema interessieren, können dann ausschließlich dieser Sammlung folgen. Ich selbst werde zum Beispiel zukünftig (und Stück für Stück auch alte Beiträge) meine Reiseberichte usw. in nach Bundesländern geordneten Sammlungen kategorisieren. Dazu noch paar Sammlungen zu anderen Themen.

Bleibt abzuwarten wie sich die Sammlungen auf die Entwicklungen der Kreislinge auswirken. Wird es in Zukunft mehr Nutzer geben, die lediglich einzelnen Sammlungen anstelle einer Person oder einem Unternehmen folgen? Letztlich funktionieren die Google+ Sammlungen genauso wie die Alben bei Pinterest, wo man auch die Möglichkeit hat nur einem Album zu folgen anstelle nur einem Account komplett.

Was fehlt noch bei den Google+ Sammlungen?

Eigentlich in erster Linie die Möglichkeit eine Sammlung mit mehreren Personen zu betreiben, so wie bei den Gruppenboards bei Pinterest. Bleibt abzuwarten ob diese Funktion noch kommt.

Wie kann man die neuen Google+ Sammlungen sinnvoll nutzen?

Zeitungen und Zeitschriften könnten ihre Beiträge nach Themen ordnen oder nach unterschiedlichen Regionen. Wer sich nur für die Sportthemen interessiert, folgt dann nur der Sport-Sammlung und bekommt nichts vom Bahnstreik, dem BND-Skandal oder was auch immer eingeblendet. Im touristischen Bereich kann man das ähnlich machen, so wie ich halt alles nach Bundesländern ordne, kann man das auch auf noch kleinere Gebiete beschränken oder wie aktuell gerade alles zu einem Thema wie der #BUGA2015 in eine Sammlung packen. Große Hotelketten könnten für ihre einzelnen Marken separate Sammlungen anlegen und so mit nur einem Google+ Account dennoch unterschiedliche Zielgruppen getrennt ansprechen. Provider können separate Sammlungen für Infos rund um Mobilfunk oder DSL anlegen und der Nutzer folgt dann nur der für ihn relevanten Sammlung.

Mit den Sammlungen bietet Google+ nun die Möglichkeit seinen persönlichen Stream noch individueller zu gestalten. Dies kann durchaus die Chance sein zu mehr Interaktivität. Setzt natürlich voraus, daß die Nutzer ihre Sammlungen ordentlich pflegen und alles korrekt zuordnen. Bleibt abzuwarten wie die neuen Google+ Sammlungen von den Nutzern angenommen werden. Persönlich empfinde ich das aber positiv und rate jedem sich intensiv mit den Sammlungen zu beschäftigen.

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Google+ richtig nutzen – Fragen und Antworten

Gestern machten Sandra Staub und ich einen Google Hangout wo es um den richtigen Einsatz von Google+ ging. Zum Schluß gabs zwar ein kurzes technisches Problem, dennoch war es wohl für alle Beteiligten und die Zuschauer sehr interessant. Das Video davon könnt ihr euch hier übrigens gerne mal anschauen.

Während der Aufzeichnung kamen noch ein paar Fragen auf, die ich an dieser Stelle beantworten möchte, da wir deren Beantwortung nicht mehr während des Hangouts schafften.

Wie unterstützt man das einkreisen bei Twitter? Gerne auch mal direkt anfragen?

Nein, absolut nicht. Diese Bettelei ist sowas von niveaulos und billig, das machen nur Leute die ihre Followerzahlen als Wichsvorlage mißbrauchen. Wer seine Inhalte einer breiten Masse präsentiert, z.B. in den Google+ Communities, aktiv bei anderen mitdiskutiert und deren Inhalte teilt, der erlangt so von ganz alleine Aufmerksamkeit und andere werden ihm dann folgen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, doch auch bei Google+ ist es wie überall: wer Qualität liefert, wird ernstgenommen und dessen Accounts werden dann auch stetig wachsen.

Die Einbindung eines Google+ Badges in die eigene Webseite kann sich natürlich auch positiv auswirken und zusätzliche Kreislinge bringen.

Ganz wichtig: setzt euch nicht unter Druck möglichst schnell soundsoviel Kreislinge zu bekommen. Das ist Blödsinn.

Was meint er den…..wo man eher man ein Geld verdient? G+ oder doch bei FB?

Weder noch. Via Social Media verdient man kein Geld. Das sind Kommunikationskanäle, keine Verkaufskanäle. Ja, da steckt man in erster Linie viel Geld und Manpower rein. Wer dazu aber bereit ist, der schafft es sich eine Marke aufzubauen. Das führt dann dazu, daß wenn es dann um ein bestimmtes Thema geht, die Leute sich von alleine an einen erinnern und dann bringt das Aufträge oder führt zu Verkäufen im Onlineshop oder was auch immer. Wer Social Media nutzt mit dem Vorhaben darüber aktiv etwas zu verkaufen, der wird voll auf die Fresse fliegen und so schnell von dort nicht mehr aufstehen. Immer dran denken: die Leute nutzen die sozialen Medien nicht um mit Werbung zugemüllt zu werden, sondern in erster Linie um sich mit Freunden, Verwandten usw. auszutauschen. Wer das nicht kapiert, der hat verloren.

Und falls nach dem Video und den zahlreichen Blogbeiträgen hier im Blog noch Fragen zu Google+ offen sind, einfach hier kommentieren oder mich anschreiben.

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Shitstorm beim MDR – und es war abzusehen

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat sich einen Shitstorm eingefangen. Und dieses Mal sag ich: selbst dran schuld.

Für die MDR-Sendung „Hier ab 4″ gab es eine Onlineumfrage ob PEGIDA der Stadt Dresden schadet. Das Ergebnis sollte noch in der Sendung bekanntgegeben werden. Nun haben aber ca. 94 % der teilnehmenden Nutzer sich eher pro PEGIDA ausgedrückt bei der Abstimmung und so hat man das Ergebnis nicht veröffentlicht und die Umfrage gelöscht.

Das Thema PEGIDA ist ein sehr heikles Thema. Hier hätte man von Beginn an damit rechnen müssen, daß das Ergebnis vielleicht nicht so ausfällt, wie man sich das gewünscht hätte. Dazu kommt, daß der MDR im Einzugsbereich der Region ist, wo PEGIDA am stärksten ist.

Und dann das Ergebnis einfach unter den Tisch fallen zu lassen, nur weil es nicht so ist,w ie man sich das erhofft hatte, da ist klar wie die Reaktionen ausfallen.

Screenshot MDR Facebookseite

Screenshot MDR Facebookseite

Was also tun? Aktuell, es ist gerade gegen 21.45 Uhr, macht der MDR nichts. Es wird nicht auf die Kommentare reagiert. Man gibt von Seiten des MDR eine belanglose Stellungnahme dazu ab und verdrückt sich dann. Damit verspielt der MDR gerade seinen bis dato recht positiven Ruf im Netz. Es ist auch nicht ersichtlich, daß in den Kommentaren sich andere Nutzer vor den MDR stellen. Das zeigt, egal wie man zu PEGIDA stehen mag, daß die Nutzer nicht mit dem Verhalten des MDR einverstanden sind.

Der MDR hat einen Fehler gemacht. Dazu sollte der MDR stehen und sich öffentlich entschuldigen. Als Gegenleistung fände ich es sogar gut, wenn das Ergebnis der Umfrage dann morgen Abend in den MDR Nachrichtensendungen zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird. Einfach um zu zeigen, daß man halt auch Umfrageergebnisse veröffentlicht, die nicht so ausfallen wie erhofft.

Aber jetzt sollte man halt erstmal selbst aktiv werden, sich entschuldigen und nicht nur einfach eine belanglose Stellungnahme abgeben.

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