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Google+: Viele Kreislinge = gut für das Googleranking?

Google+ hat Auswirkungen auf die Sichtbarkeit bei Google, doch in welcher Form und ist die Zahl der Kreislinge, die einen selbst eingekreist haben dafür entscheidend?

Immer mehr Suchmaschinennutzer benutzen die Suchmaschine im eingeloggten Zustand bei Google. Das ist ein wesentlicher Faktor, der mit zur Individualisierung der Suchergebnisse beiträgt. Dort finden sich auch immer wieder Links zu einzelnen Google+ Beiträgen und zwar zu den eigenen und zu denen der Leute die man selbst eingekreist hat. Heißt also, wenn man selbst häufig von anderen eingekreist wurde auf Google+ tauchen die eigenen Google+ Postings in den Serps von diesen Leuten auf.

Je relevanter die eigenen Google+ Postings sind, desto weiter vorne werden sie auch in den individualisierten Google Serps gelistet. Um möglichst häufig eingekreist zu werden, muß man nun aber nicht selbst sinnlos Hinz und Kunz einkreisen, sondern sollte auch weiterhin nur die Leute einkreisen, deren Postings einen selbst tatsächlich interessieren. Um mehr Interaktion zu erzeugen und somit auch selbst mehr Kreislinge zu bekommen, hilft es sich hiernach zu richten.

Je mehr man sich auf seinem Google+ Profil mit einem ganz bestimmten Thema beschäftigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auch in erster Linie von Leuten eingekreist zu werden, die sich für dieses spezielle Thema interessieren. Da diese Leute dann wohl auch häufiger nach entsprechenden Themen googlen dürften, liegt es nah, daß sie dadurch auch auf die entsprechenden Google+ Beiträge aufmerksam werden, die dann ja durchaus einen Link zum eigenen Blog, zur Webseite, zum Onlineshop enthalten können und somit wieder für vermehrten Traffic sorgen. Damit wird Google+ auch über die Serps zu einem Trafficbringer, der dann zu zusätzlichem Umsatz führen kann.

Es macht daher für Unternehmen jedweder Art durchaus Sinn das eigene Google+ Profil aktiv zu pflegen und durch Interaktionen auch die Zahl der Kreislinge zu steigern.

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Twittern will gelernt sein: @IMG_ST

Seit einigen Monaten ist die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt (IMG) auf Twitter vertreten. Die IMG ist hier in Sachsen-Anhalt für die Wirtschaftsförderung ebenso zuständig wie für das Tourismusmarketing, zwei Gebiete die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Irgendjemand hat nun der IMG mal eingetrichtert, sie müsse auch auf Twitter vertreten sein und so ist sie es nun. Dabei ist den Verantwortlichen anscheinend nicht so richtig klar, was sie da eigentlich sollen.

Wirtschaftsförderung oder Tourismusmarketing auf Twitter betreiben?

Die Frage ist eigentlich die erste, die man sich hätte stellen müssen, bevor man den Schritt wagt. Hat man sich aber anscheinend gespart, denn man macht einfach beides. Problem dabei: für beide Themen gibt es unterschiedliche Zielgruppen.

Wirtschaftsförderung auf Twitter ist eher sinnbefreit. Kein Investor sitzt vorm Smartphone und wartet auf nen Tweet der IMG um dann plötzlich die Eingebung zu haben hier mal schnell eine Fabrik zu bauen und Arbeitsplätze zu schaffen. Okay, das ist jetzt etwas überspitzt, aber schauen wir mal weiter. Wen könnten entsprechende Tweets also interessieren? Da kämen Journalisten aus dem Bereich Wirtschaftsnachrichten in Frage. Ob ausgerechnet die bereits Twitter richtig nutzen steht auf einem anderen Blatt. Gerade im Bereich Journalismus hängen viele noch hinterher, wenn man mal von den Journalisten absieht, die ich in erster Linie mit Techthemen beschäftigen.

Im Tourismus dagegen lässt sich via Twitter sehr viel erreichen. Alleine schon die kontaktpflege zwischen Agentur und interessierten potentiellen Besuchern, Reisebloggern usw. ist Gold wert. Durch kluges Monitoring bekommt man zudem mit, was die Leute gerade interessiert, wer gerade wo unterwegs ist oder vielleicht Hilfe bei der Reiseplanung benötigt.

Unabhängig davon wen man damit erreichen möchte, sollte man auch überlegen wann die jeweilige Zielgruppe online ist.

Ob es Sinn macht einen Tweet wie diesen an einem Sonntag um 09.25 Uhr zu veröffentlichen, sei nämlich mal dahin gestellt. Wer soll den um diese Zeit an einem Sonntag lesen? Für wen ist der darin enthaltene Link denn eigentlich interessant und wann ist diese Zielgruppe online und gehören Angehörige dieser Zielgruppe überhaupt zu den Followern des Accounts? Nach nun über sechs Jahren auf Twitter weiß ich eines genau: sonntags um 09.25 Uhr ist Twitter in Deutschland noch sehr ruhig. Die eine Hälfte schläft noch, die andere hat sich erst kürzlich hingelegt, der Rest frühstückt.

Richtig sicher ist man sich aber auch nicht, wie man seine Follower nun ansprechen möchte. Im oben gezeigten Tweet wird die indirekte Du-Form gewählt. Bei diesem Tweet hier unten dagegen wird eindeutig gesiezt.

Ja was denn nun: Du oder Sie? Rin in de Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln – hier fehlt eindeutig eine klare Linie.

Also dann vielleicht doch mehr auf Tourismusmarketing konzentrieren?

Das wäre ja mal etwas, doch auch da kommt so richtig nicht zu Potte. Mit Tweets wie diesem versucht man so etwas wie Tourismusmarketing zu betreiben, scheitert aber irgendwie doch. Rund um das Thema Tourismus wird in Sachsen-Anhalt schon einiges getwittert, alleine die IMG hält sich relativ bedeckt, kommuniziert nicht mit den anderen Twitternutzern, retweetet fast nie bzw. nur wenn man sie wie in einem Fall direkt mit der Nase drauf stößt (und läßt es danach gleich wieder bleiben, statt richtig einzusteigen).

Ein Monitoring wer aktuell über Sachsen-Anhalt aus touristischer Sicht berichtet, wird schlicht und einfach nicht betrieben. Da sind andere Bundesländer, zum Beispiel Brandenburg, bedeutend weiter. Mit einem entsprechenden Monitoring wäre der IMG sicher der eine oder andere Tweet, der eine oder andere Blogbeitrag zu touristischen Zielen in Sachsen-Anhalt aufgefallen.

Schaut man sich das Profil des Accounts an, so ist das anhand des Fotos und der Profilbeschreibung eher in Richtung Wirtschaftsförderung ausgerichtet. Das aber ausgerechnet das auf Twitter eher deplatziert ist, hat man wohl im Vorfeld eher nicht beachtet.

Was kann man besser machen bei @IMG_ST?

Erstmal auf Null zurück und sich darüber im Klaren werden, was man eigentlich auf Twitter will. Wirtschaftsförderung ist da wohl eher der falsche Ansatz. Also zu 100 % auf Tourismus konzentrieren. Da kann man einiges reißen.

Zuerst das Profil anpassen. Dann ein Monitoring machen: wer aus Sachen-Anhalt twittert relevante Infos rund um Sachsen-Anhalt, welche Reiseblogger gibt es auf Twitter, die sich für Sachsen-Anhalt interessieren könnten? Da wird man eine Menge zu tun haben, aber auch eine Menge an interessanten Kontakten auftun.

Und dann natürlich selbst aktiv twittern, nicht nur Werbesprüche raushauen. Auch ruhig mit anderen Twitternutzern sich unter unterhalten, deren Tweets retweeten. Wie wäre es zudem mit Livetweets von touristisch interessanten Veranstaltungen?

Bei allem natürlich auch beachten, wann die gewünschte Zielgruppe online ist und dann die Tweets entsprechend zu diesen Zeiten absetzen.

In Brandenburg weiß man, wie man es richtig macht. Dort werden z.B. die Links zu meinen Blogbeiträgen über Ausflugsziele in Brandenburg via Twitter, Facebook und Google+ verteilt. Von alleine, ohne eine Bitte meinerseits. Bei der IMG weiß man vermutlich nicht mal, was ich so alles bereits über Sachsen-Anhalt verbloggt habe. ;)

Fazit: es gibt sehr viel Nachholbedarf. Ob die IMG etwas daraus lernt bleibt abzuwarten. Dem Land Sachsen-Anhalt bleibt es zu wünschen.

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Foursquare – aus 1 mach 2

Foursquare teilt sich auf. Der Dienst versucht bereits seit längerem den eher spielerischen Aspekt durch Bewertungen aufzupeppen und so Diensten wie Yelp Konkurrenz zu machen. Nun möchte man ab Sommer einen neuen Weg gehen und teilt die Foursquare-App in zwei eigenständige Apps auf.

Die zukünftige Foursquare-App konzentriert sich auf die Bewertungsfunktion und sagt damit klar Yelp den Kampf an. Desweiteren wird es eine neue Check-IN-App namens Swarm geben. Doch soll diese ganz anders funktionieren und eher automatisch einchecken. Das erinnert ein wenig an Google Latitude, was auch im Hintergrund automatisch trackte wo man sich aufhielt.

Nun ist es in diesem frühen Informationsstadium noch viel zu früh um zu sagen ob dies der richtige Weg ist oder für Foursquare in eine Sackgasse führt. Dazu müsste man die neuen App erst einmal selbst ausprobieren um sich eine Meinung mit Substanz bilden zu können. Die von der Süddeutschen Zeitung angebrachte Skepsis kann ich allerdings durchaus nachvollziehen.

Wenn der Gamification-Aspekt (Badges, Mayor-Titel) ganz wegfällt, dann sehe ich allerdings schwarz, ist dies doch für viele Foursquare-Nutzer immer noch ein sehr wichtiger Aspekt für die Nutzung des Dienstes. Das war übrigens auch das Erfolgsrezept von Gowalla.

Schaut man sich das Nutzungsverhalten der Foursquare-Nutzer in der Türkei an, könnte Swarm dort allerdings durchaus erfolgreich sein. Hier in Deutschland bin ich mir da nicht so sicher.

Für Unternehmen könnte dann aber die neue Foursquare-App mit den Bewertungen durchaus wichtig werden. Inzwischen nimmt auch hier in Deutschland die Zahl der Bewertungen auf Foursquare zu und da sollte man als Unternehmen unbedingt ein Auge drauf haben was über einen im Netz berichtet wird.

Es bleibt also spannend und wir werden dann wohl im Herbst wissen, ob Foursquare mit dieser Entscheidung alles richtig gemacht oder den Dienst gegen die Wand gefahren hat.

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Facebook-Reichweite: für viele ein teurer Spaß

Facebook schraubt aktuell an der Reichweite für Postings auf Fanpages. Laut Facebook selbst werden Postings auf Fanpages nur noch 2-4% der Fans angezeigt. Grund: Facebook möchte, daß die Fanpagebetreiber mehr Werbung buchen. Klar, irgendwo müssen die Einnahmen ja herkommen.

Für Fanpagebetreiber heißt das: wer eine Page mit 1.000 Fans hat, der kann davon ausgehen, daß bald nur noch um die 40 Fans davon ein Posting zu sehen bekommen, sofern man kein “Sponsered Posting” draus macht. Schon jetzt bekommen in vielen Fällen nur noch rund 10 % der Fans ein normales Posting zu sehen.

Gerade auch für Vereine oder sehr kleine Firmen ist das natürlich drastisch. Hieß es für viele bis vor kurzem noch “ihr müsst unbedingt zu Facebook”, so kann dies nun ein Fass ohne Boden werden, wenn man die hart erkämpften Fans wirklich erreichen möchte mit seinen Postings.

Auch Blogger wie Gilly haben mit diesem Problem zu kämpfen und der eine oder andere überlebt bereits die für das Blog bisher betriebene Fanpage einschlafen zu lassen oder gar ganz zu löschen.

Unternehmen sind also gut beraten zu überlegen ob sie wirklich auch in Zukunft den Fokus auf Facebook legen oder ihr Engagement in anderen sozialen Netzwerken nicht stattdessen ausbauen. Es nützt nichts wenn zwar zig Leute auf einer Plattform angemeldet sind, die meisten davon jedoch nur mit hohem Kostenaufwand erreicht werden.

Inwieweit Facebook diese strenge Einschränkung beibehält, wird übrigens nicht zuletzt an den Fanpagebetreibern liegen. Beißen sie in den sauren Apfel und buchen die sponsored Postings, hat Facebook sein Ziel erreicht. Verweigern sie sich dem wird Facebook gezwungen sein die organische Sichtbarkeit zumindest wieder teilweise nach oben zu schrauben.

Die Unternehmen sollten auf jeden Fall nun gelernt haben, daß es selten richtig ist nur auf ein Social Media-Pferd zu setzen. Für Plattformen wie Twitter, Google+, Pinterest, tumblr usw. kann die jetzige Situation nur positiv sein. Sie locken mit kostenloser Sichtbarkeit und das könnte sich nun für Facebook negativ auszahlen.

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Die neue Google+ Aufrufanzeige – ein wichtiger Meilenstein

Wie gestern hier berichtet, zeigt Google+ im Profil nun öffentlich an wie oft das Profil aufgerufen und die erstellten Beiträge angeschaut wurden. Das alles in einer Zahl zusammengefasst. Erstaunlicherweise war es gestern zu diesem Thema recht still in der Blogosphäre, dabei reden wir hier durchaus von einer Art Meilenstein, der für das Marketing im Social Web durchaus sehr wichtig ist.

Warum die neue Viewanzeige bei Google+ das Social Media Marketing umkrempelt

Haben Unternehmen bisher Influencer gesucht, also Social Web-Nutzer, die möglichst eine breite Nutzerschaft erreichen, dann hat man faktisch lediglich die Zahl der Follower/Fans/Kreislinge als Kennzahl zugrunde gelegt. Jemand mit 5.000 Followern bei Twitter war wichtiger als jemand mit 1.500 Twitterfollowern. Das gleiche auch bei Facebook oder halt Google+.

Etwas was die Unternehmen (und auch die Accountbesitzer) nicht wussten ist, wie viele Leute die jeweiligen Postings überhaupt sehen. Google+ geht da jetzt weiter und blendet zumindest eine ungefähre Zahl ein, wenn auch nicht für jedes einzelne Posting getrennt, sondern in einer Summe zusammengefasst.

Aber erreichen die mit den meisten Kontakten auch wirklich mehr Nutzer als jemand mit weniger Kontakten?

Google+ hat mit der Offenlegung der Viewzahlen diese Frage eindeutig mit NEIN beantwortet und für Unternehmen bedeutet das, sie müssen zumindest bei Google+ umdenken, wenn es darum geht Influencer zu finden.

Hier mal ein paar Screenshots von Google+ Profilen. Man beachte einfach mal die Zahl der Kreislinge und die der Aufrufe.

Google+ Aufrufstatistik

Google+ Aufrufstatistik

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Es kommt also bei weitem auf mehr als nur die reine Zahl der Kreislinge an. Wichtig ist der Content, ist wie sehr die Person sich in Communities und Diskussionen einbringt. Wer als Unternehmen bei der Influencersuche auch in Zukunft rein auf Kennzahlen wie die Gesamtzahl der Kreislinge/Follower usw. setzt, begeht einen Fehler. Zumindest bei Google+ lässt dieser sich jetzt vermeiden und es bleibt abzuwarten wann die anderen Netzwerke entsprechend nachziehen. Gerüchten zufolge soll zumindest Twitter wohl an einer ähnlichen Funktion arbeiten.