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Deutschland – Social Media-Copycat-Land

In Sachen Social Media war Deutschland, das Land der Dichter und Denker, noch nie innovativ. Blickt man die letzten zehn Jahre zurück, so wird man schnell feststellen, daß überall nur von den Amerikanern kopiert wurde. Yigg war eine Kopie von Digg.com, die VZ-Netzwerke eine zu Beginn sogar erfolgreiche Kopie von Facebook, Pinspire ein eher erfolgloses Copycat von Pinterest, DailyDeal eine Kopie von Groupon usw.

Hat man zu Beginn noch ganze Plattform mehr oder weniger intelligent kopiert, so geht man heutzutage noch leichter und kopiert wahllos irgendwelche Marketingideen, die irgendwann und irgendwo mal irgendwie funktioniert haben.

Der aktuelle Schrei sind auf Facebook Fotos wo irgendwer ein Pappschild mit der Aufschrift hochhält, daß er bei 1.000.000 Likes für das Foto dieses oder jenes macht. Beim ersten und zweiten Mal war es noch lustig, danach wurde es langweilig und inzwischen nervt es doch nur noch.

Warum kommt hier niemand auf die Idee sich selbst etwas auszudenken, warum bestehen gefühlt >100 % aller Social Media-Konzepte in Deutschland nur aus Kopien irgendwelcher anderer Konzepte? Warum meint jeder zweite Communitymanager sofort irgendetwas kopieren zu müssen, was irgendwo gut bis sehr gut funktionierte? Würde jemand die eigentlichen Produkte des jeweiligen Unternehmens so maßlos kopieren, wäre sofort der Aufschrei da.

Seid doch mal kreativ, zeigt was ihr tatsächlich könnt und kopiert nicht nur woanders gut funktionierende Ideen, sondern wagt es mal selbst kreativ zu werden und zu schauen ob eure Ideen bei den Fans und Followern ankommen.

Zu einem ordentlichen Social Media-Konzept gehört Kreativität, gehört Mut etwas ganz Neues zu testen und ggf. dabei auch mal auf die Fresse zu fliegen. Auch das ist Social Media.

Dazu kommt, daß durch solche Aktionen wie oben genannt zwar kurzfristig sich der Edgerank von Facebook verbessert, langfristig damit nicht wirklich etwas gewonnen ist, denn den Leuten die dort auf „Gefällt mir“ geklickt haben, geht es letztlich gar nicht um das Unternehmen, seine Produkte und Dienstleistungen. Das sollte man bei all dem im Auge behalten.

Wer meint über solche Aktionen dauerhaft neue Kunden gewinnen zu können, der wird schnell merken, daß er sich auf dem Holzweg befindet.

Also lieber mal etwas zurücklehnen und die eigene Kreativität bemühen. Da finden sich dann vielleicht viel bessere Ideen, die man umsetzen kann. 😉

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6 Kommentare

  1. Naja alle diese Aktionen, egal wo sie her kommen, bringen nur kurzfristigen Erfolg :-).

    Wir haben in Deutschland schon ein par die eigene Ideen entwickeln und umsetzen. Die meisten wollen jedoch mit Ideen, die woanders schon Erfolg haben, das schnelle Geld bzw. den schnellen Exit meistern. Das Risiko ist eben mit einer geklauten Idee nicht so hoch wie mit einer ganz neuen Idee.

    Aber das social Zeugs bzw. die „angeblichen“ Marketingideen sind wirklich nervig. Das Problem dabei ist, wie in jedem Massenmedium, erfindest Du selbst etwas ist auch das schnell hundertfach nachgebaut. Es gibt für alles, was auch nur Ansatzweise erfolgreich ist bzw. aussieht sofort ein copycat. Allerdings ist das nicht nur im Netz so :-).

    So ist das Leben!

    Grüße
    Jens

  2. Tja – stimme ich dir absolut zu. Allerdings ist das Nutzungsverhalten in Social Media stark von Imitation geprägt – warum sollte es auf Unternehmensseite anders sein? Außerdem sind erprobte Marketingkampagnen halt zu geringeren Kosten umzusetzen – Kreativität ist halt oft (leider) auch eine Frage vom Budget. Andererseits gibt es viele kleine (und auch große) liebevoll gepflegte Facebook-Seiten, die irgendeine App/Kampagne garnicht nötig haben. Lieber ein qualitativer Fanaufbau als Marktschreiermentalität ohne Nachhaltigkeit.

    • Christian: Kreativität heißt ja nicht gleich hohe Kosten. Die Sache mit den 1.000.000 Likes war zu Beginn auch kreativ und kostete nicht wirklich Geld.

  3. Das war aber auch kein SM-Konzept/Kampagne. Übrigens: Das beste Marketingkonzept ist immer noch Quality! Content!
    Apps/Kampagnen etc. können die Krönung sein – eignen sich aber am besten für Marken aus dem Bereich des Fast moving consumer goods, da ist Nachhaltigkeit (Achtung: Modewort nicht sooooo das Thema. Ach, kann man trefflich drüber diskutieren, letztlich muss man sich aber immer den Einzelfall (Marke, Branche, Zielgruppe…) angucken.

    • Es war kein Konzept, aber es hat halt jeder aufgegriffen. Und es wird zur Zeit nervig. So wie die Pferdewitze… 😉

      Ansonsten hast du recht, Content ist King. Da muss ich gerade an die Catcontent-Session auf dem Communitycamp denken, du erinnerst dich? 😉

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