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Facebook – Datenschutz fängt beim User an!

Letztens habe ich wieder in meinen Facebookkontakten aufgeräumt. Das mache ich regelmäßig und lösche alle Kontakte mit denen ich nicht mehr kommuniziere, die auf meine Postings in keiner Weise reagieren und von denen ich selbst in meinem Stream nichts mehr lese oder nur noch absolut belanglose Dinge.

Beim Blick auf so manches Facebookprofil überrascht mich dann bei manchen die Zahl der Freunde schon, liegt sie doch manchmal durchaus bei mehreren hundert oder gar tausend Freunden. Da stellt sich mir dann jedes Mal die Frage: kennt die Personen wirklich all diese Leute? Weiß die Person tatsächlich wer hinter all diesen Freundesprofilen steckt?

Und da fängt der Datenschutz bereits an. Nicht bei Facebook, sondern beim User selbst. Wer faktisch jeder Kontaktanfrage zustimmt, Hinz und Kunz als Freund bestätigt, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann eigentlich private Daten in unbefugte Hände gelangen.

Hier sollte jeder einmal selbst prüfen ob und wen er alles als Freund bestätigt hat und da ggf. einmal ordentlich aufräumen. Ich selbst habe mit der Zeit meine Zahl der Kontakte bei Facebook radikal reduziert und überlege auch bei jeder Freundesanfrage genau ob und woher ich die Person kenne. Nur wenige haben noch die Chance eine Bestätigung ihrer Freundesanfrage bei Facebook von mir zu bekommen.

Ein weiterer Punkt sind auch die Datenschutzeinstellungen an sich. Wer darf was sehen und was veröffentliche ich für welchen Personenkreis. Wer sich als Außenstehender mein Facebookprofil anschaut, der wird dort nur wenig entdecken. Vieles von dem was ich schreibe können nur meine bestätigten Kontakte sehen, die Abofunktion für mein Profil habe ich absichtlich deaktiviert.

Dennoch sehe ich auch immer wieder viele Profile mit unzähligen Kontakten bei denen alles offen einsehbar ist. Datenschutz? Fehlanzeige.

Nein, die Datenschutzprobleme liegen in erster Linie nicht bei Facebook, die Verursacher sitzen vor dem PC!

Es wird nicht nur jeder als Freund bestätigt, es wird auch ohne wirklich nachzudenken überall „Gefällt mir“ geklickt, bei jedem noch so idiotischen Gewinnspiel mitgemacht und all und jeder Facebookapp Zugang zu allen hinterlegten Daten gegeben.

Überblick? Von wegen, den haben wohl die wenigsten Facebooknutzer. Wie anders sind solche Beispiele zu erklären?

Wer sich also die Zeit nimmt etwas Ordnung in sein Facebookprofil zu bringen, der sollte nicht nur prüfen wen er als Freund bestätigt hat, es sollten auch alle Verknüpfungen bei den Facebook Apps überprüft werden und ein Blick wo man überall „Gefällt mir“ geklickt hat, kann auch nicht schaden. Auch da sammelt sich häufig sehr viel an, was nicht mehr aktuell ist. Entliken ist recht einfach, wird jedoch von viel zu wenigen gemacht.

Wenn die User endlich lernen, daß sie selbst mit den größten Anteil daran haben, wer Zugriff auf welche Daten bekommt, dann kommt auch die Datenschutzdebatte endlich in richtige Bahnen. Doch immer nur auf Facebook zu schimpfen ist einfach der falsche Weg.

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1 Kommentar

  1. Viele social media Nutzer wissen auch nicht, dass ihnen das Bundesverfassungsgericht (!), also unser oberster gerichtlicher Spruchkörper schon vor Jahren das sogenannte Recht auf Privatsphäre eingeräumt hat: http://www.recht-freundlich.de/facebook-und-das-allgemeine-persoenlichkeitsrecht

    Wer sich einmal anschaut, woher dieses Recht abgeleitet wird und für wie wichtig es vom Bundesverfassungsgericht eingestuft wird, der sollte sich gut überlegen, ob er dieses überaus wichtige Grundrecht einfach „selbst unterläuft“ und völlig vergeudet. Insofern trifft der Artikel hier genau den Punkt!

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