Permalink

1

Mit @9Nov89live den Mauerfall live erleben

Wir schreiben den 9. November 1989 und in der Grenzübergangsstelle Marienborn sitzt ein Journalist von „Stimme der DDR“ und twittert live.

So ungefähr kann man sich das vorstellen, was am 9. November 2012, also 23 Jahre danach, erlebbar gemacht wird.

Live aus Marienborn wird das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) trimedial noch einmal vom Mauerfall berichten, das heißt via TV, Radio sowie in erster Linie über Twitter. Dafür hat der MDR einen separaten Twitteraccount eingerichtet: @9Nov89live.

Selbst der Sendeort für den Twitterkanal wird ein historischer Ort sein: die Kantine der ehemaligen Passkontrolle der Grenzübergangsstelle Marienborn.

 

Der Twitterkanal wird allerdings nicht einsam vor sich hin twittern. Besucher der an diesem Tag geöffneten ehemaligen Grenzübergangsstelle werden aktiv eingebunden, können von ihren Erinnerungen berichten. Auch Radio und TV werden immer wieder live nach Marienborn schalten und von dort berichten. Die TV-Magazine „MDR um 11“, „Dabei ab zwei“ und SACHSEN-ANHALT HEUTE werden am 09. November 2012 darüber berichten und MDR Radio Sachsen-Anhalt ist mit Reportern und Übertragungswagen ebenso vor Ort und wird live aus Marienborn in das Radio zugeschaltet. Im Internet soll zudem eine interaktive Video-Collage entstehen.

Der MDR legt sich als mächtig ins Zeug um Geschichte neu erlebbar zu machen und schlägt dabei auch völlig neue interaktive Wege ein.

Ich selbst werde live in Marienborn dabei sein, von dort twittern und Fotos machen.

Ich denke der MDR hat hier die Chance etwas Mediales zu schaffen, daß es in dieser Kombination und mit diesem Hintergrund so noch nicht gab. Das geht weit über all die historischen Live-Twitteraccounts hinaus, die es bisher gab, z.B. zum Untergang von Pompeji oder dem Untergang der Titanic. Die Kombination von Radio, TV und Social Media hat es in dieser Form bisher wohl noch nicht in Deutschland gegeben.

Landesfunkhaus-Direktorin Elke Lüdecke hofft auf eine breite Wirkung dieser Aktion und hält sie auf jeden Fall für sehr lehrreich, öffnet sich der MDR so doch neuen Kommunikationswegen und Zielgruppen.

Im Hinblick auf das veränderte Nutzungsverhalten vieler Menschen in Bezug auf den Medienkonsum haben solche Aktionen durchaus ihre Daseinsberechtigung. Ich selbst bin gespannt ob und wie andere Medienanbieter auf die MDR-Aktion reagieren und auch auf die Erkenntnisse die der MDR selbst daraus zieht.

Bad Behavior has blocked 1224 access attempts in the last 7 days.