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Bettina Wulff und ihr Reputationskampf

Bettina Wulff, die Frau des ex-Bundespräsidenten, ist derzeit in aller Munde. Um 2010 herum sollen Gerüchte aufgetaucht sein, daß sie wohl früher mal im Rotlichtmilieu gearbeitet haben soll. Sie gab wohl inzwischen eine eidesstattliche Versicherung ab, das dies nicht der Fall gewesen sein soll und geht jetzt mit juristischen Mitteln gegen jeden vor, der so etwas mal erwähnte, behauptete usw. Prominente Opfer ihrer juristischen Rundumschläge waren Günther Jauch und Google. Während Günther Jauch eine entsprechende Unterlassungserklärung unterzeichnete, antwortete Google der Bettina Wulff nur mit einem müden Lächeln.

Der Zeitpunkt dieses Rundumschlags ist übrigens nicht zufällig gewählt, denn am 12.09.2012 erscheint ein Buch von Bettina Wulff.

Zwei Punkte hat Bettina Wulff dabei außer Acht gelassen.

1. Viele Leute, ich auch, hatten bis zu ihrer Klage nichts von diesen Anschuldigungen gehört. Jetzt wurden also Dinge aus der Versenkung hochgeholt, die vielen bis dato gänzlich unbekannt waren. Hätte sie gar nichts unternommen, gäbe es jetzt nicht diese Negativpresse für Bettina Wulff.

2. Da viele schnell merkten, daß diese Klagen wohl Teil ihrer Buchmarketings sind, wurde nun der Spieß umgedreht. Das Ergebnis kann man bei den Tags auf der Produktseite bei Amazon sehen, mit denen das Buch versehen wurde.

Bettina Wulff Tags bei Amazon

 

Damit dürfte Frau Wulff wohl eher nicht gerechnet haben. Anstelle Mitleid zu erhaschen, sieht sie sich nun auf die Täter-Seite gestellt.

Zwar steht ihr Buch derzeit bei den Amazon-Verkaufscharts auf Platz 1, ob es sich dort aber lange halten wird, bleibt noch abzuwarten. Ihrer Reputation hat sie sich damit allerdings keinen Gefallen getan, auch wenn das doch eigentlich das Ziel der Klagen gewesen sein soll. Im übrigen hat Google bereits fünf Prozesse in der Frage der Autovervollständigung von Suchbegriffen in Deutschland gewonnen. Von insgesamt fünf Prozessen übrigens. Da hätte man sich vielleicht vorab mal Gedanken darüber machen sollen, ob da die Klage wirklich erfolgversprechend sein dürfte.

Ich persönlich empfinde es übrigens als traurig, daß jemand mittels Klagen versucht sein Buch zu promoten. Da hätte es sicher auch sinnvollere und ehrlichere Methoden gegeben.

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1 Kommentar

  1. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn zur besten Verkaufszeit – alle sind wieder aus dem Urlaub zurück – das Buch an den Verkaufsstart geht. Gleichzeitig bricht ein riesiger Rummel in den öffentlichen Medien um das Buch los, dass zumindest ich ihr das arme Unschuldslamm nicht abnehme. Wahrscheinlich hat sie persönlich ja auch gar nichts mit dem Rotlicht zu tun. Aber wir erinnern uns: Was bekommt noch mal Ihr Mann an jährlicher Apanage – so heißt es doch glaube ich: 199.000 Euro pro Jahr, ob mit dem Nachschlag von 18.000 oder nicht. Und jetzt der ganze Rummel um das mögliche Fehlverhalten seiner Frau nur, damit sie beim Thema Rotlicht nicht mehr bei Google auf Platz 1 steht – da lachen doch die Hühner. Abkassieren ist das und nichts anderes. Bohlen hat es vorgemacht und die andern machen es ihm nach. Schönes Deutschland

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