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Geisterlikes auf Facebook

Auf Facebook ist seit rund einer Woche einiges in Gange. Die Betreiber mehrerer Fanpages erleben etwas, was keiner von ihnen in dieser Form bisher miterleben durfte. Einzelne Beschwerden erhalten mehrere zehntausend(!) Likes, eine sogar über 100.000 Likes!!! Jede dieser einzelnen Beschwerden hat zudem mehrere tausend Kommentare erhalten!

Normal ist das nicht. Beschwerden gibt es zwar immer wieder mal, doch so ein Auswuchs ist alles andere als normal. Verdächtig ist dabei auch, daß sich diese nun seit Ende Juli häuft und immer nur einen Beitrag pro Fanpage betrifft. Betroffen waren bisher H&M (Beitrag wurde von H&M gelöscht, ohne daß es zu Beschwerden darüber kam!), Galileo, Vodafone und Mc Donalds.

Der Sachverhalt bei Vodafone konnte zwar geklärt werden, dennoch wird Vodafone zur Zeit von Beschwerden bei Facebook überhaupt, siehe auch meinen Beitrag hierzu.

Auffällig sind zur Zeit die zehntausende an Likes, die wie von Geisterhand auftauchen.

Steckt mehr hinter den zehntausenden Likes?

Ich sage mal ja. Meine Vermutung ist, daß jemand sich gezielt einzelne Beschwerdepostings rausfischt und diese mit gekauften Likes manipuliert. Ist eine bestimmte Schwelle überschritten, werden normale User drauf aufmerksam und liken und kommentieren ebenso.

Ebenso auffällig ist allerdings, daß weder bei mir noch bei anderen aus meinem Umfeld Hinweise auf diese Beschwerden in der normalen Facebook-Timeline auftauchten. Niemand, der dort auch Likes verteilte oder kommentierte. Auffällig auch, daß es sich immer so um 50.000 – 70.000 Likes bewegte, ehe es auch außerhalb langsam festgestellt wurde, daß da was am Laufen ist.

Auffällig ist auch, daß es immer nur einen Beitrag pro Fanpage betrifft und andere Beschwerdepostings auf der gleichen Fanpage derartige Zahlen nicht erreichen.

Wer steckt hinter den Geisterlikes?

Das ist die grosse Frage, die wohl jeder gerne beantwortet haben möchte. Antworten darauf gibt es einige:

1. Mitbewerber (fast auszuschließen, da es immer andere Branchen betraf)
2. Agenturen, die ihre Social Media-Dienstleistungen den Unternehmen anbieten wollen (wäre möglich, gäbe es aber sicher auch seriösere Methoden)
3. Personen, die den Aktienkurs der Unternehmen manipulieren wollen (relativ unwahrscheinlich)
4. Personen, die irgendwie auf dieses Social Media verspüren und sich nun rächen wollen (durchaus denkbar)

Wie sollen sich betroffene Unternehmen in so einem Fall verhalten?

Im oben verlinkten Beitrag zu Vodafone habe ich bereits einiges aufgeführt. Das kann man auch auf andere Unternehmen anwenden. Ansonsten gilt: Ruhe bewahren. Genau prüfen ob die Kritik angebracht ist und sich dieser dann auch stellen.

Ich bin sehr gespannt wie das alles weiter geht, welches Unternehmen als nächstes betroffen ist und auch ob sich noch herausfinden lässt, wer denn nun wirklich dahinter steckt. Demnächst hier vielleicht mehr dazu.

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7 Kommentare

    • Meiner Ansicht nach, ist hier eher ein Bug im Backend von Facebook verantwortlich. Der Zustänge Mechanismus zum Anzeigen von Post in der Timeline privater User gab diese Post als „Push“ (besonders relevant) herraus und erschien so bei einer Vielzahl von Leuten. So sahen eine Vielzahl privater Haushalte diesen Beitrag.
      Ich konnte das leider nur noch bei dem McDonalds-Post nachvollziehen. Dieser landete in einem gewissen Zeitbereich auf der Timeline der Nutzer auf Grund der hohen Daheim gebliebenen Rate (Urlaub, Sommerloch) schauckelte der Beitrag unabhängig der anderen nach oben.

      Ein Kommentar von Facebook kann man hier wohl kaum erwarten, da der Algorithmus von Post’s ähnlich geheim ist, wie das von Coka-Cola.

  1. Pingback: Hinweis: Artikel zum Leistungsschutzrecht bei rechtambild.de und weitere Blogs › Hubert Mayer

  2. Pingback: Shitstorm: Social-Media-Gau oder belanglose Beschwerdewelle › Online-PR-Praxis

  3. Mir wurden als Unternehmer erst kürzlich wieder fb-likes zum Kauf angeboten. 1000 likes gehen bei dieser wohl sehr unseriösen Firma schon um 20 Euro über den virtuellen Ladentisch, die Zahl der käuflichen Unterstützungserklärungen ist nach oben offen.
    So gesehen nehme ich mal fix an, dass bei vielen shitstorms durchaus konzertierte Aktionen dahinterstehen, für die betroffenen Unternehmen ergibt das allerdings kaum einen Unterschied.

  4. Pingback: Der Ombudsblog | Der gefakte Shitstorm!

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