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Shitstorms – wer steht dahinter?

Shitstorms – der Begriff taucht immer wieder in den Medien auf, obwohl er häufig auch vollkommen falsch verwendet wird. Nicht alles was von Medien als Shitstorm tituliert wird, ist nämlich auch einer. Doch darum soll es dieses Mal nicht gehen.

Eine Frage die in Verbindung mit Shitstorms immer wieder auftaucht, ist die nach den Verursachern.

Was sind das für Menschen, die Shitstorms auslösen?

Diese Frage läßt sich nicht mit wenigen Worten beantworten, daher möchte ich diese Personen in verschiedene Typen unterteilen.

1. Der Geschädigte

Es kommt immer wieder vor, daß einzelne Personen z.B. durch Unternehmen in irgendeiner Weise geschädigt wurden und sich so Gehör verschaffen wollen, da es anderweitig bis dahin nicht gelungen war. Da ist dann wieder der klassische Kampf David gegen Goliath zu erleben. Häufig bekommt „David“ dann durch das Social Web entsprechende Unterstützung. Nicht immer sind die Ansprüche von „David“ auch formaljuristisch durchsetzbar, hier möchte ich die Causa Jack Wolfskin nennen. Die Abmahnungen konnte man formaljuristisch sicherlich als gerechtfertigt betrachten, doch hätte eine vorherige Kontaktaufnahme durch Jack Wolfskin ohne anwaltliche Unterstützung sicherlich auch den gleichen Effekt gehabt, allerdings ohne die folgende Negativpresse.

2. Der Ablenker

Dann gibt es auch noch die Personen, die mit einem Shitstorm gegen einen anderen, nur von den eigenen Fehlern ablenken wollen. Das klassische Beispiel dafür ist der Fall nerdcore vs. Euroweb. Der Betreiber von nerdcore wußte, daß er nicht wirklich im Recht war, hatte er doch sämtliche Schreiben von anwaltlicher, wie auch von gerichtlicher, Seite konsequent ignoriert. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn eines Morgens die Domain verschwunden ist.

So etwas kann schnell nach hinten losgehen, und letztlich dem der durch den Shitstorm geschwächt werden sollte, durchaus auch noch stärken.

3. Der Fanatiker

Hier möchte ich den Fall ING Diba in den Raum werfen. Das Video mit dem Basketballer war eigentlich ganz normal. Es war eine billige Nachahmung eines „Werthers Echte“-Videos aus den 90er Jahren. Anstelle eines Sahnebonbons gab es nun eine Scheibe Wurst. Man könnte das durchaus als eine Alltagsszene bezeichnen.

Die Personen, die hier zum Angriff auf die ING Diba bliesen, waren einfach nur fanatische Hardcore-Vegetarier. Solche Fanatiker gibt es in vielen Bereichen. Mal geht es um das Thema Fleisch, mal um Politik, um sexuelle Vorlieben oder religiöse Dinge. Solche Leute suchen nur die Gelegenheit um ihre Einstellung zu bestimmten Dingen der Welt zu übermitteln, ob selbige es interessiert oder nicht. Hier ist jede Diskussion sinnlos, hier geht es nur um das Trollen an sich.

4. Die Mitbewerber

Bisher ist mir zwar kein Fall bekannt, doch sollte man sich auch immer die Frage stellen inwieweit ein Mitbewerber einen Shitstorm angezettelt hat um seine eigene Position zu festigen. Auch das kann durchaus passieren. Dies würde zwar unter Umständen in den Bereich Wirtschaftskriminalität fallen, aber es soll ja Branchen geben wo auch mit solch harten Bandagen gekämpft wird.

Um zu entscheiden wie man sich bei einem plötzlich eintretenden Shitstorm verhält, ist es wichtig recht schnell die Verursacher zu analysieren. Jeder Verursachertyp erfordert andere Maßnahmen. Eines ist in allen Fällen wichtig: Ruhe bewahren und sich nicht provozieren lassen.

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