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Kommunen im Umgang mit Social Media

Eine Gruppe die das Social Web bisher mehr oder weniger gemieden hat sind die deutschen Städte und Gemeinden. Begründet wird dies in den meisten Fällen mit knappen Kassen. Doch denken da viele Kommunen viel zu kurzsichtig, bietet doch gerade das Social Web auch viele Möglichkeiten die knappen Kassen zumindest zu entlasten, teilweise sogar ein klein wenig zu füllen.

Welche Möglichkeiten bieten sich nun für Kommunen im Social Web?

Als erstes natürlich unheimlich viele Supportmöglichkeiten. Wer wissen will, was er zur Beantragung eines Reisepasses oder zur Zulassung eines Autos alles mitbringen muß, könnte z.B. via Twitter oder Facebook seine Frage stellen und auf gleichem Wege eine Antwort erhalten. Auch Lob und Kritik kann man auf diesem Wege theoretisch kommunizieren und darauf reagieren.

Warum nicht darauf hinweisen von Seiten der Stadt, daß z.B. eine bestimmte Straßenbahn- oder Busline heute aufgrund von Bauarbeiten umgeleitet wird? Warum nicht auf die letzten verfügbaren Kino- oder Theatertickets für den heutigen Abend hinweisen? Warum nicht live von Stadtratssitzungen und/oder öffentlichen Empfängen o.ä. twittern, flickern oder facebooken?

Ein Beispiel wie man es nicht machen soll ist die Landeshauptstadt Magdeburg. Deren offizieller Twitteraccount @LH_Magdeburg wird recht lustlos gepflegt, Kommunikation mit den Followern findet praktisch gar nicht statt und selbst folgt man auch fast niemanden. Ein Zeichen von fehlender Bürgernähe der Stadtverwaltung, die dadurch zahlreiches Potential verschenkt.

Twitterdaten der Landeshauptstadt Magdeburg

 

Auch bei Facebook bekleckert man sich nicht mit Ruhm. Erst wurde hier fälschlicherweise ein persönliches Profil angelegt und nach einigen kritischen wie auch hilfreichen Kommentaren wurden die Einstellungen nun so gewählt, daß man dort nicht mehr kommentieren kann. Inzwischen werden dort nur noch vollautomatisch Pressemitteilungen eingeparst. Eine danach angelegte Fanpage ist praktisch ohne Inhalte geblieben.

Während also Städte wie Magdeburg mehr schlecht als recht ihre ersten Gehversuche unternehmen, betreibt die Mehrzahl der deutschen Städte und Gemeinden weder Twitterprofil noch Facebookfanpage oder gar einen eigenen Youtubekanal. In einer Zeit wo sich ein Teil des Lebens immer stärker ins Social Web verlagert, verlieren Städte und Gemeinden so immer stärker den Kontakt zu ihren Bürgern. Da werden lieber weiter am schwarzen Brett irgendwelche Aushänge gemacht die keiner liest und die dann so vor sich hin verwittern.

Allerdings möchte ich hier an dieser Stelle auch noch ein positives Beispiel erwähnen. Die Facebook-Fanpage der Stadt Münster ragt wirklich positiv heraus. Hier wird den Fans der Seite wirklich etwas präsentiert und es bleibt nur zu hoffen, daß der Stadt nicht der Atem ausgeht und die Fanpage noch viele weitere Fans bekommt.

Liebe Städte und Gemeinden,

in fast allen Orten gibt es heutzutage Menschen die das Social Web sehr aktiv für sich nutzen und wenn man höflich dort anfragt, bekommt man sicher auch den einen oder anderen Tip welche Fehler man vermeiden sollte und wie man sich korrekt verhält. Habt Mut und ergreift die Chance.

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2 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel. Ich hoffe, wir sind mit unserer Webseite und dem Facebook-Auftritt auf dem richtigen Weg.

    Viele Grüße aus Bad Steben

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