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Instagram: Warum Followerzahlen alleine nichts aussagen

Über Influencerrelations bei Instagram kann man geteilter Meinung sein, aber das soll nicht Thema dieses Beitrags sein. Was aber immer wieder bei mir für Kopfschütteln sorgt, ist die Tatsache, daß so manches Unternehmen oder so manche Agentur eigentlich nur auf die Abonnentenzahlen des jeweiligen Users schaut. Dabei ist gerade diese Zahl so für sich allein betrachtet die nichtssagendste Zahl überhaupt.

Reine Abonnentenzahlen sagen gar nichts aus. Zum einen kann man sich die recht leicht für kleines Geld auf irgendwelchen Portal kaufen, zum anderen ist zumeist ein nicht unwesentlicher Anteil der Abonnenten inzwischen eh eine Karteileiche, die den Dienst gar nicht mehr nutzt. Und von den zahlreichen Spamaccounts, die, trotz diverser Löschaktionen durch Instagram, den Dienst bevölkern, will ich hier erst mal gar nicht reden.

Somit sollte man also mal ruhig gerade bei sehr großen Accounts schon mal locker 20-25 % der Abonnenten als nicht relevant, tot oder Spam betrachten. Aber auch dann sagen die reinen Followerzahlen gar nichts aus.

Viel wichtiger dagegen ist die Rate der Interaktionen je Foto und da spielt die Größe des Accounts per se eine viel unwichtigere Rolle. Anhand meines eigenen Profils möchte ich das mal näher erläutern.

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Wichtig hier sind zwei Zahlen, die ganz unten stehen:

67304 Likes
314 Fotos

Daraus ergibt sich eine Likerate von durchschnittlich 214 Likes pro Foto. Das Ganze bei im Jahresschnitt ca. 1000 Followern (aktuell Mitte Januar 2017 = 1370 Follower). Daraus kann man zumindest ableiten, wie stark das jeweilige Foto im Bezug zur Gesamtfollowerzahl überhaupt wahrgenommen wird. Denn die Gesamtzahl der Likes pro Jahr und die Gesamtzahl der Fotos pro Jahr sind für sich betrachtet auch wieder absolut nichtssagend. Interessant werden diese Zahlen erst wenn man sie in Bezug zur Zahl der Follower setzt. Dazu kann man bei Diensten wie ink361.com auch noch die Interaktionsrate messen, die aussagt wie hoch der Anteil der Abonnenten ist, die Likes auf die eigenen Fotos vergeben. Dieser Anteil sinkt mit steigenden Followerzahlen übrigens. Das ist auch nicht ungewöhnlich, denn je größer ein Account ist, desto mehr Spammer lockt er an und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß Instagram ihn neuen Nutzern empfiehlt. Doch von denen werden viele dann auch irgendwann zu Karteileichen. Gute Interaktionsraten von Follower liegen zwischen 5 und 10 %, alles andere ist dauerhaft eher illusiorisch und nur mal bei einzelnen Fotos erreichbar.

Wie hoch der Anteil der Followerlikes an den Gesamtlikes eines Fotos ist, hängt übrigens auch von verschiedenen Faktoren ab, z.B. ob und in welchem Umfang Hashtags verwendet werden. Die Hashtagsuche von Instagram ist ein wichtiges Mittel um zusätzliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Je mehr sinnvolle Hashtags (max. 30 sind möglich) verwendet werden, desto höher ist der Anteil an Likes von Nichtfollowern.

Fazit: Es gibt viele Zahlen, die man betrachten sollte, wenn man sich mit der Relevanz von Instagramern auseinandersetzt. Followerzahlen alleine sagen da absolut nichts aus.

Ins Verhältnis zu einander setzen sollte man folgende Werte:

-Followerzahlen
-Zahl der Fotos (pro Jahr)
-Zahl der Gesamtlikes (pro Jahr)
-durchschnittliche Zahl der Likes pro Foto
-Interaktionsrate der Follower
-Anteil der Likes von Nichtfollowern

Erst aus der Kombination der einzelnen Werte kann man wirklich passendere Schlüsse über den jeweiligen Account und seinen Betreiber ziehen.

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