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Bloggerrelations – so bitte nicht

Heute morgen stieß ich in einer Facebookgruppe auf folgende Anfrage:

Bloggerrelationsanfrage

Hmm, ja kann man so machen. Bringt dann aber nicht viel.

Seien wir mal realistisch: solche Fan/Followerzahlen sind in Deutschland schwer zu realisieren, insbesondere wenn man Wert auf Qualität legt. Man kann zwar für paar Euro bei Ebay oder so mal fix paar tausend Fans kaufen, aber dann muß man damit rechnen, daß ungefähr 100 % von denen bezahltes Klickvieh sind, die keinen Brocken deutsch können und sich absolut nicht für die Inhalte interessieren. Entsprechend fällt dann die Interaktionsrate aus.

Wenn man dann auch noch, wie in diesem Fall, ganz speziell Blogger einer bestimmten Themenrichtung sucht, wird man schnell merken, daß die Ausrichtung auf Fanzahlen alles andere als zielführend ist.

Viel wichtiger sollte doch sein, daß der Blog die gewünschte Zielgruppe erreicht. Foodblogger (in diesem Fall) ist nicht gleich Foodblogger. Vielleicht hat jemand tatsächlich in Deutschland die geforderten Fanzahlen, schreibt aber nur über vegane Produkte und bekommt dann Froschschenkel, Austern und Wildschweinbraten serviert. Zielgruppe verfehlt, würde ich dann mal sagen. Aber Hauptsache die Fanzahlen stimmen.

Und was nützen zig zehntausende Fans, wenn die Blogposts bei Google nicht auffindbar sind? Den Beitrag bei Facebook oder Twitter bekommt nach 24 Stunden niemand mehr zu Gesicht. Ein gutes Ranking bei Google ist da in der Regel dauerhafter. Möchte man also echte Qualitätsrichtlinien bei der Auswahl verwenden, sollte man sich neben der inhaltlichen Aufmachung der Blogposts auch das Design der Blogs, die Interaktionsrate in den sozialen Netzwerken und das Googleranking des Blogs anschauen. Jeder dieser Punkte ist einzeln schon wichtiger als reine Fanzahlen, in ihrer Gesamtheit ergeben sie aber erst ein wirkliches Bild vom jeweiligen Blogger.

Und bevor jetzt der Spruch der Agenturen kommt „Aber unsere Kunden legen Wert auf hohe Fanzahlen“. Dann habt ihr oder irgendwer anders eure Kunden einfach falsch beraten oder nicht korrekt aufgeklärt und solltet das schleunigst nachholen. Wählt Blogger nach Qualität aus, nicht nach Quantität. Da haben letztlich alle was davon: der Blogger, die Agentur, der Kunde und letztlich auch der Blogleser.

Also: wenn ihr schon Bloggerrelations machen wollt, dann bitte richtig durchdacht. Bedenkt, daß gerade auch hier in Deutschland vieles ein wenig anders läuft. 25 % der Deutschen haben kein Internet, ca. 50 % der Deutschen nutzen die sozialen Medien nicht. Es gibt viel weniger deutschsprachige Menschen als zum Beispiel englischsprachige Menschen. Auch das sollte man entsprechend in Relation zueinander setzen. Passt eure Aktionen den Bloggern an, die ihr dabei haben wollt und versucht nicht, die Blogger dazu zu bringen sich euch anzupassen.

Achja, ich war im August mehrere Tage auf Einladung in Wien. Einzige Vorgabe von Seiten des Unternehmens: hab Spaß.

Den hatte ich und die nächste Einladung für 2015 kam bereits als Vormeldung mir einen bestimmten Termin freizuhalten an. Also irgendwie alles richtig gemacht, oder? Das Unternehmen schien zufrieden gewesen zu sein, ich war es ebenfalls und da hat niemand vorher nach Fanzahlen oder ähnliches gefragt.

Je weniger Vorgaben man dem Blogger macht, desto besser sind in der Regel die Ergebnisse. Ohne große Vorgaben, ohne irgendwelche Druck sind Blogger viel kreativer und können sich so richtig austoben. Da haben dann auch die Unternehmen mehr davon. Tolle Blogposts, begeisterte Leser – die Markenreputation freut es. Denkt mal drüber nach.

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2 Kommentare

  1. Pingback: Die optimale Bloggerrelationsaktion für mich : Torstens privater Blog

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