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Social Media – selber machen oder extern vergeben?

Kommt das Gespräch auf Social Media so hört man immer Wieder „Ich habe dafür keine Zeit“ oder man liest Gesuche a la „Suche wen, der mir eine Facebookseite aufbaut“.

Ja, Social Media kostet Zeit. Kostet telefonische Kaltakquise aber auch. Und ja, es gibt Dienstleister, die die Betreuung von Kundenprojekten in Sachen Social Media übernehmen.

Social Media sollte im Unternehmen bleiben

Ich halte von solchen Sachen nicht viel und versuche es zu vermeiden, wo es nur geht, auch wenn ich immer wieder drum gebeten werde. Der Grund ist recht simpel: die Kontaktwege sind häufig zu lang und niemand als der Unternehmer selbst kennt seine Kunden. Es kostet den Unternehmer in vielen mehr Zeit ständig mit der Agentur zu telefonieren, mailen usw. als wenn Social Media das selbst machen würde. Es sind auch all die Stories, die so ein Unternehmen erlebt, von denen die Leute in der Agentur doch gar nichts mitbekommen. All die liebenswerten Geschichten mit denen man seine Zielgruppe fangen und sein Unternehmen menschlich sympathisch machen kann.

Der Unternehmer bekommt doch irgendwelche Briefe oder Mails, die Dinge enthalten, die man gerne teilen möchte. Seien es Fragen, die sicher auch andere interessieren oder auch Dankesschreiben. In der Zeit wo der Unternehmer das der Agentur weiterleitet (Achtung, Datenschutz!), kann er es auch selbst (anonymisiert) ins Web stellen.

Wozu braucht es dann Social Media Agenturen und Berater?

Das frag ich mich manchmal auch, aber sie haben in vielen Fällen durchaus ihre Berechtigung. Sie können unterstützend wirken, z.B. helfen in Sachen Monitoring, Schulungen der Mitarbeiter des Unternehmens übernehmen, beraten welche Tools, welche Kanäle sinnvoll sind und auf Neues hinweisen, auf Veränderungen. Sie können dem Unternehmen also den Weg ins Social Web ebnen. Es ist also durchaus zu empfehlen sich beratende Unterstützung ins Boot zu holen, gerade auch zu Beginn des Social Media Engagements, aber die Pflege der Social Media Kanäle sollte dann letztlich doch intern erfolgen.

Aber brauche ich Social Media wirklich?

Keine Ahnung, aber eines ist klar: es wird im Netz vermutlich eh über das Unternehmen und/oder seine Produkte geredet. Warum dann nicht wissen wer worüber redet und ggf. mitreden? Leichter kann man zudem nicht erfahren was (potentielle) Kunden wirklich wollen oder welche Meinung sie über das Unternehmen oder die Produkte haben.

Also ruhig den Mut fassen und sich ins Social Web wagen und das persönlich. Unterstützung holen: ja gerne, aber nicht zur reinen Pflege der Kanäle. Das kann man wirklich selbst am Besten.

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9 Kommentare

  1. Gut geschrieben. Wahrscheinlich ist der schwerste Schritt der erste Schritt, also erst mal anzufangen, was unter Social Media zu veröffentlichen. WIr haben in der Nachbargemeinde einen kleinen Handwerksbetrieb, der vor ein paar Wochen sehr offen über all die Bauchschmerzen berichtet hat, die ihn der erste Entrag gemacht hat. Als dann erst mal die Sachen im Netz standen und die Kunden dann auch noch darauf reagiert haben, dann war der Bann gebrochen. Auch die Handwerker, die nie im Netz zu sehen sein wollten, waren auf einmal Feuer und Flamme ihr Gesicht im Netz zu sehen.

    Merke: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Und seien wir mal ehrlich: Wer ist so konsequent und telefoniert schon jeden Tag 2 oder sogar 3 Stunden in Sache eigener Akquise? Ich kenne nicht so ganz viele oder sind sie – also der werte Leser – einer davon?
    Grüße
    Harald Weber

  2. Den Artikel finde ich gut, vertrete aber in Teilen eine andere Sichtweise. Wir begleiten Unternehmen in HR Fragen im Bereich Social Media, ich muss also naturgemäß eine andere Überzeugung haben. Aus meiner Sicht ist die Frage, ob Social Media im Haus bleiben sollte und die Pflege der Kanäle dort erfolgen sollte nicht pauschal zu beantworten. Warum?

    1. Die Antwort richtet sich immer nach dem Content der für die jeweilige Zielgruppe des Unternehmens der richtige ist. Wir sprechen davon, dass Content „AIR“ sein muss:

    A wie amüsant
    I wie interessant und
    R wie relevant

    Je nachdem wie die einzelnen Content-Elemente im Mix gewichtet sind, ist eine unterschiedlich intensive Recherche und Redaktion notwendig. Daraus ergibt sich ein klarer Ressourcen-Bedarf und die Frage, ob das Unternehmen das alleine leisten kann. In unseren Projekten ist es zumeist so, dass der Kunde die Teile des Contents zuliefert und pflegt, die das Herz des Unternehmens ausmachen und wir die Inhalte, die – zusammengefasst – überwiegend die sachlich fachlichen Aspekte abdecken.

    2. Social Media-Projekte sind immer im unternehmerischen Kontext zu sehen. Dieser besteht zumeist aus Befürwortern, Unentschlossenen und Kritikern. Nun haben Social Media-Projekte die Eigenart oft keinen kurzfristigen (monetären) Erfolg zu realisieren. Unserer Erfahrung nach dauert es 18 bis 24 Monate, bevor ein Social Media-Engagement beginnt einen wirtschaftlichen ROI zu erzielen. KPIs und Rates und ideelle Aspekte mal bewusst außen vorgelassen. Die wenigsten kleineren und mittelständischen Unternehmen schaffen es jedoch, länger als sechs Monate ein Engagement durchzuziehen, wenn der monetäre Erfolg ausbleibt. Mit jedem Monat steigt das Gewicht der Kritiker und die Unentschlossenen neigen dazu, sukzessive auch in das Lager der „Bewahrer“ zu wechseln. Deswegen sterben die meisten Social Media-Projekte in den ersten sechs Monaten einen schleichenden Tod. Wie viele andere Projekte auch, bspw. CRM. Hier hilft es enorm, wenn eine Agentur dafür sorgt, dass Content erzeugt und publiziert wird, damit das Projekte über die Durststrecke gerettet werden kann. Es mag zynisch klingen, aber ein bindender Agenturvertrag der jeden Monat ein Honorar auslöst, der zwingt viele zum Durchhalten nach dem Motto: „Das kostet jeden Monat Geld, das ziehen wir jetzt durch.“

    3. Die Agentur kann zumeist aufgrund ihrer Erfahrung – so sie diese denn hat – viel besser und früher einschätzen, welche Auswirkungen der Content haben kann. Dies gibt dem Kunden Sicherheit und bietet den internen Verantwortlichen auch die Möglichkeit, sich selbst ggf. aus der Schusslinie zu nehmen. Auch diese Möglichkeit ist aus unternehmenspolitischen Gründen heraus oft ein wichtiger Punkt, um die Projektverantwortlichen intern nicht zu „verbrennen“. Frei nach dem Motto: Blame it on the dog!

    Aus diesen Gründen heraus empfehlen wir unseren Kunden, sich den Schritt Social Media gut zu überlegen. Wenn sie ihn gehen wollen, was wir aus den gleichen Gründen wie Du befürworten, dann aber auch mit einer entsprechenden Bindung und auf alle Fälle mit einer externen Agentur, die auch redaktionelle Aufgaben übernimmt.

    Beste Grüße, Marc Rausch

  3. Ich bin auch der Meinung, dass Unternehmen den Mut haben sollten die Kommunikation in den sozialen Median selbst in die Hand zu nehmen. Je nach Umfang des Engagements und der Anzahl an beteiligten Personen sollten natürlich die Verantwortlichkeiten klar geregelt sein (z.B. Social-Media Guidelines).

    Bei der Strategieentwicklung oder bei technischen Herausforderungen kann selbstverständlich externe Unterstützung in Anspruch genommen werden.

    Und natürlich sollten die verantwortlichen Personen im Unternehmen auch dementsprechend qualifiziert, oder zumindest mit einer gewissen Online-Affinität ausgestattet sein 🙂

  4. Ich habe Inhouse und als Externer Social Media betreut. Natürlich macht es Sinn,dass Social Media Inhouse betreut wird, aber nur, wenn es professionell geregelt wird. Oftmals wird bei KMUs aber folgendermaßen verfahren:

    – Die Betreuung fällt in die Hände von Mitarbeitern die scheinbar nicht ausgelastet sind
    – Das sind nicht immer Mitarbeiter, die wirklich enthusiastisch Social Media nutzen
    – Nicht jeder kann so texten/posten, dass Engagement entsteht (da ist auch die Story egal)
    – Wenn viel zu tun ist, wird Social Media sofort vernachlässigt
    – Innerhalb eines Unternehmens zu sitzen, kann für einen Tunnelblick sorgen.

    Zudem kann gerade beim Einstieg helfen, dass nicht sofort ein Festangestellter her muss, sondern die Leistung eingekauft wird. Kann also auch je nach wirtschaftlicher Lage/Ausrichtung verstärkt oder geschwächt werden.

    Grüße, Ben Harmanus

    • Ben, aber das texten/posten usw. kann man lernen. Dafür kann man sich externe Unterstützung holen. Aber nur die Mitarbeiter selbst bekommen doch am besten mit, was gerade los ist. Können auch mal nen Schnappschuß vom Frühstücksbrötchen posten oder was auch immer. Und ja, da gebe ich dir recht: es sollte von Menschen gemacht werden, die Spaß daran haben. Die dürfte man aber überall finden in den Unternehmen.

      • Torsten, bin ganz bei dir, aber je nach Unternehmen gibt es diese Personen gar nicht. Und man kann (konvertierendes )Blogging/Posten nicht so einfach lernen. Bei Firmen, deren Mitarbeiter einige Digital Natives haben, da ist das sicher leichter übertragbar, aber der Putzdienst ums Eck mit dem 65-jährigen Firmeninhaber und GF, der bis heute kein Smartphone hat. Ist mir alles untergekommen.
        Daher: Inhouse ist eine Top-Variante, wenn es einen geeigneten Angestellten gibt und dieser Zeit und Ressourcen bekommt, die Kanäle zu betreuen.

        Outsourcen kann helfen, wenn unheimlich viel Kreativität gefragt ist und/oder eigene Ressourcen (Personal) fehlen. Externe reden jeden Tag mit unterschiedlichen Kunden, verfolgen die Trends, entwickeln neue Ansätze, testen, messen…das sind wertvolle Qualitäten.

  5. Ich bin auch der Meinung, besser als man selbst, kann keiner die Social Media-Kanäle mit Geschichten, Erfahrungen und Tipps füllen. Man sollte sich für den Anfang schon Tipps bei erfahrenen Social Media Agenturen holen, jedoch sollte der Rest intern erfolgen.

  6. Pingback: Externe Betreuung von Social Media - some.io

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